Warum schlafen Hunde so viel?

Schlaf ist für Hunde wichtiger als Nahrung. Schäden durch Übermüdung führen sogar relativ schnell zum Tod. Hunde können lange ohne Futter, sogar einige Tage ohne Wasser überleben, sie sterben jedoch innerhalb weniger Tage, wenn sie am Schlafen gehindert werden.

Der Hund ist ein Tagdöser. Er schläft innerhalb weniger Sekunden ein, ist aber im Bruchteil einer Sekunde bei ungewohnten Reizen wieder hellwach, sein Schlaf ist meist eher leicht, mehr ein Dösen. Deshalb braucht der Hund mehr Schlaf als der Mensch. Von 24 Stunden verdöst er oft 18 - 20, abhängig von Alter, Rasse und Gewohnheiten.

Auch der Hund träumt. Er bellt und winselt dabei, „rennt“ und schlägt mit den Beinen, zuckt am ganzen Körper. Er träumt oft schwerer und häufiger als der Mensch und das tagsüber Erlebte wirkt sich auf den Hundetraum stärker aus.

Manche Hunde haben es verlernt, zur Ruhe zu kommen oder es wurde ihnen regelrecht abgezüchtet. Dann muss der Mensch eingreifen, den Hund regelrecht zur Ruhe zwingen, für ruhige Umgebung sorgen oder sich sogar mit hinlegen. Auch viele Menschen bekommen zu wenig Schlaf, insofern wird das sicher nicht schaden.

Schlaf ist auch ganz wesentlich, um vorherige Stresssituationen verarbeiten zu können und den Stresshormonhaushalt wieder auf Normalmaß herunterzufahren. Aufgedrehte, hibbelige Hunde sind manchmal eben gerade nicht unterfordert, sondern haben zu wenig Ruhe und Schlaf. Versucht der Halter, das mit mehr Auslastung zu „kurieren“, verstärkt er das Problem sogar, denn der Hund bekommt dann noch weniger Schlaf, wird noch gestresster und findet dadurch noch seltener Ruhe – ein Teufelskreis.

Wird der Hund aus seinem normalen Tagesablauf gerissen, z. B. durch eine Reise, braucht er oft tagelang, um sich zu erholen und wieder auszuschlafen. Daraus erklärt sich auch, warum Hunde, die zu wenig schlafen, krank werden oder Verhaltensstörungen zeigen können; „nach müde kommt doof“ gilt eben nicht nur bei Kleinkindern…

Auch für das Lernen, insbesondere die Übertragung von Gedächtnisinhalten vom Hippocampus ins Langzeitgedächtnis, für das man den Cortex, die Hirnrinde als verantwortlich ansieht, ist ungestörter, ausreichender Schlaf unerlässlich. Besonders in den Tiefschlafphasen scheint diese "Konsolidierung" vor sich zu gehen.

Hunde sollten deshalb einen Rückzugsort haben, der nur ihnen gehört, an dem sie sich s

icher fühlen und ausruhen können. Für Hunde, die von Außenreizen abgeschirmt werden sollten, um zur Ruhe zu kommen, hat sich das Aufstellen einer Hundebox im Haus bewährt, die „höhlenartige“ Geborgenheit vermittelt.